Inhaltsübersicht
Inhalt - 1 Das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg - 2 Leitbild - 3 Zusammenarbeit Schüler - Lehrer - 4 Schulleben
5 Qualifikation von Lehrerinnen u. Lehrern - 6 Öffnung der Schule - 7 Die Bildungsgänge des ESBK im Einzelnen
Inhalt Teilzeitschulische Bildungsgänge
7.2.1 Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel - 7.2.2 Bürokauffrau/Bürokaufmann - 7.2.3 Industriekauffrau/Industriekaufmann
7.2.4 Informationstechnologie - 7.2.5 Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r - 7.2.6 Steuerfachangestellte/r
7.2.7 Groß- und Außenhandelskauffrau/-kaufmann - 7.2.8 Verwaltungsfachangestellte/r
7.2.9 Medizinische/r Fachangestellte/r - 7.2.10 Bankkauffrau/-kaufmann - 7.2.11 Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r
7.2 Teilzeitschulische Bildungsgänge
7.2.2 Bürokauffrau/Bürokaufmann
Profil des Bildungsgangs
Der Ausbildungsberuf Bürokaufmann/Bürokauffrau ist als Querschnittsberuf angelegt. Dadurch unterscheidet er sich von anderen kaufmännischen Berufen. Die Vielfalt unterschiedlichster Ausbildungsbetriebe bezüglich Branchen und Betriebsgröße (Handels-, Dienstleistungs-, Handwerks- und Industrieunternehmen) sowie die Zuständigkeit von Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer führen zu einer heterogenen Schülerstruktur. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ausbildungsdauer zwischen zwei und drei Jahren liegt.
Deshalb muss Ziel dieses Bildungsganges sein, branchenübergreifende Kenntnisse und Fertigkeiten in einem handlungsorientierten Unterrichtskonzept zu vermitteln. Die Auszubildenden sollen umfassende berufliche und personale Handlungskompetenzen erwerben, die über die reine Prüfungsvorbereitung hinausgehen.
Die Berufsausbildung vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten, wie sie bei verwaltenden Tätigkeiten in typischen kaufmännischen Arbeitsbereichen benötigt werden (Sachbearbeitung in der Personalverwaltung, bei der Auftragsbearbeitung, in der Lagerverwaltung etc.).
Der Unterricht für diesen Bildungsgang findet sowohl im Klassenraum als auch in speziellen Fachräumen (Lernbüro, Textverarbeitungs- und Datenverarbeitungsräumen) statt. Unterrichtsgänge und berufsbezogenen Exkursionen ergänzen die schulische Arbeit.
Da nicht in allen Ausbildungsbetrieben - besonders in so genannten Kleinbetrieben - die erforderliche Fachpraxis vermittelt werden kann, erwerben die Schüler im Schwerpunktfach Bürowirtschaft grundlegende Kompetenzen der praktischen Bürotätigkeit.
Ein Schwerpunkt dieses Bildungsganges stellt das Fach Bürowirtschaft dar. Fächerübergreifend fließen hier die Lerninhalte der Fächer Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Wirtschaftsinformatik/Datenverarbeitung und Textverarbeitung ein.
Im Fach Textverarbeitung/Textautomation werden die Auszubildenden in einem marktüblichen Standardprogramm geschult. Ziel ist der rationelle Einsatz von Textsystemen von der Beherrschung der Tastatur im 10-Finger-System bis hin zum Serienbrief.
Ein weiterer Schwerpunkt dieser Ausbildung ist das Fach Wirtschaftsinformatik/Datenverarbeitung. Neben den Grundlagenkenntnissen über die Organisation und die neueren Informations- und Kommunikationsmedien werden die Auszubildenden in einem Standardprogramm der Tabellen- und Datenbankverarbeitung eingearbeitet.
Durch ständige Kontakte mit Ausbildungsbetrieben und im Rahmen der Tätigkeit in Prüfungsausschüssen findet Kooperation mit der IHK und den Ausbildungsbetrieben in vielfältiger Form statt.
Bisherige Entwicklungen und Ziele
Auch bei den Bürokaufleuten haben wir in den ersten zwei bzw. drei Wochen des letzten Schuljahres in einer Orientierungsphase mit dem Lernfeld „Berufsstart“ unseren Schülerinnen und Schülern den Eintritt in das Berufsleben zu erleichtern versucht. Ziel war es, dass sich die Schülerinnen und Schüler leichter untereinander kennen lernen und mit den Rahmenbedingungen der Ausbildung vertraut machen, ihre rechtliche Position, also die Frage nach Ihren Rechten und Pflichten während der Berufsausbildung kennen lernen, damit sie ihre eigene Interessen angemessen abwägen und äußern können.
Anschließend haben wir auch hier schriftlich und anonym die Orientierungsphase evaluiert. Die Ergebnisse waren auch hier außerordentlich positiv. Fast ausnahmslos hat den Schülerinnen und Schüler diese einführende Lernsituation gut bis sehr gut gefallen. Der Informationswert für den Übergang vom allgemeinbildenden Schulsystem in die neue berufliche Situation wurde auch in dieser Berufsgruppe als sehr hoch angesehen und für zukünftige Schülergenerationen als Wiederholung empfohlen.
Da der betriebliche Einsatz von Bürokaufleuten so vielfältig ist, ist es das Ziel des Bildungsganges, branchenübergreifende Kenntnisse und Fertigkeiten in handlungsorientierten Unterrichtskonzepten zu vermitteln. Die Auszubildenden sollen umfassende berufliche und personale Kompetenzen erwerben, die ihnen nach der Ausbildung einen weitreichenden Einsatz in den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft ermöglichen. Dem Erwerb so genannter „Schlüsselqualifikationen" wie z. B. selbstständiges Denken, problemorientiertes Arbeiten, Teamfähigkeit und Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit kommt daher besondere Bedeutung zu. Diese Qualifikationen sollen eine Anpassung und Angleichung des erlernten Wissens an neue und sich ständig ändernde Arbeitsbedingungen erleichtern. Daher bemühen sich die meisten Lehrpersonen um schüleraktivierende Unterrichtsformen. Der Computer spielt dabei eine wichtige Rolle, die Hälfte des Unterrichts findet bereits in modern ausgestatteten Räumen statt. Für die nächste Zukunft ist eine Ausweitung des PC-gestützten Unterrichts über schuleigene oder schülereigene Notebooks geplant. Um den Anforderungen gerecht zu werden, hat der Schulträger auch die Fachräume (für die Fächer Organisationslehre, Bürowirtschaft und Textverarbeitung) auf einen modernen Stand gebracht. Um die Nutzung der Medien in allen Unterrichtsfächern zu ermöglichen, müssen zukünftig auch die Klassenräume entsprechend ausgerüstet werden (z. B. mit einem vernetzten Laptops inklusive Internetanschlüssen).
Um den ständig sich verändernden Anforderungen des Berufsbildes gerecht zu werden, können in Absprache mit Auszubildenden und Betrieben erweiterte Zusatzqualifikationen erreicht werden. Denkbar wären folgende Zertifikate: spezielle Anwendungsbereiche der neuen Kommunikations- und Informationstechnologien, fremdsprachliche Handelskorrespondenz in Englisch, Spanisch und Französisch, Kommunikationstraining, Steuern. Wegen der auffallend heterogenen Vorbildung und Leistungsfähigkeit der Schüler ist es oftmals zur Sicherung des Ausbildungszieles notwendig, in verschiedenen Bereichen Stützkurse (z. B. Rechnungswesen) weiterzuführen. Besonders für Schülerinnen und Schüler mit Lernproblemen sollen im Rahmen des Differenzierungsbereichs auch weiterhin Stützkurse angeboten werden, die zur optimalen Förderungsmöglichkeit nicht mehr als 10 Teilnehmer haben sollten.
Daneben hat sich das ESBK jedoch auch zur Aufgabe gesetzt, leistungswillige und -starke Schülerinnen und Schüler zu fördern. Daher werden für die meisten Schüler der Berufsschule im 2. Ausbildungsjahr klassen- und bildungsgangübergreifend 80-stündige Kurse angeboten. Hier kann gewählt werden zwischen Englisch (auf verschiedenen Niveaustufen), Spanisch, Französisch, Steuerrecht, Finanzierung und Geldanlage sowie verschiedenen EDV-Kursen. In Englisch wird auf Wunsch die Teilnahme an einer Prüfung für das KMK-Fremdsprachenzertifikat ermöglicht.
Die didaktische Jahresplanung für Bürokaufleute liegt vor. Es besteht derzeit auch kein Änderungsbedarf, da auch bei dieser Berufsgruppe eine Neuordnung innerhalb der nächsten zwei Jahre ansteht.
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