Inhaltsübersicht
Inhalt - 1 Das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg - 2 Leitbild - 3 Zusammenarbeit Schüler - Lehrer - 4 Schulleben
5 Qualifikation von Lehrerinnen u. Lehrern - 6 Öffnung der Schule - 7 Die Bildungsgänge des ESBK im Einzelnen
3.1 Erziehungsarbeit
Ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler sind in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit weit fortgeschritten und verfügen über ausgeprägte soziale und personale Kompetenzen. Wir Lehrerinnen und Lehrer des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs wollen sie in ihrer Entwicklung unterstützen und stärken. Dennoch registrieren wir gemeinsam mit Ausbilderinnen und Ausbildern in den Ausbildungsbetrieben bei anderen Schülerinnen und Schülern zunehmend Defizite im Sozialverhalten, in ihrer Sozialkompetenz. Dies wird uns auch von Eltern in Gesprächen bestätigt. Einer Reihe von Schülerinnen und Schülern fällt es schwer, Regeln des Zusammenlebens in Schule, Betrieb wie auch im privaten Bereich einzuhalten und Beziehungen in sozialer Verantwortung zu gestalten. Dazu gehören Formen des Umgangs, das Einhalten von Kommunikationsregeln, das Befolgen von Ordnungen, verbindliches Verhalten im Hinblick auf Vereinbarungen usf.
Um Schüler in ihrer Sozialentwicklung zu fördern, beteiligen wir sie zunehmend an der Erstellung von Regeln und Ordnungen (Klassenraumordnung, Kommunikationsregeln etc.) und treffen mit ihnen Vereinbarungen, wie mit Verstößen dagegen umzugehen ist. Wir haben gemeinsam mit ihnen einen Schulvertrag aufgesetzt, der das Zusammenleben in der Schule regelt und von Schülern und Lehrern zu unterschreiben und einzuhalten ist. Unabhängig davon bemühen wir Lehrer uns im Sinne unseres pädagogischen Auftrags in unserem dienstlichen und sozialen Verhalten den Schülern Vorbilder zu sein.
Rücksichtnahme, Toleranz, solidarisches Verhalten, Integrationsbereitschaft und –fähigkeit sollen gefördert werden, indem im Unterricht, durch Projektarbeit und Klassenfahrten Räume für gemeinsames Handeln und Reflektieren von Sozialverhalten geschaffen werden. Formen der Konfliktbewältigung, demokratischen Interessenausgleichs sollen thematisiert und eingeübt werden. Für die Bewältigung von Konflikten stehen den Schülerinnen und Schülern Berater zur Verfügung (Klassenlehrer, Beratungslehrer, Verbindungslehrer).
Eng verbunden mit der Bereitschaft und Fähigkeit zu sozialer Verantwortung ist die Eigenverantwortlichkeit. Im Hinblick auf zukünftige berufliche und private Lebensgestaltung müssen junge Menschen in einer "offenen" Gesellschaft mehr denn je lernen, für sich Verantwortung zu übernehmen. Das betrifft die eigene Wertorientierung, Lebensplanung und Berufsfindung und –ausübung. Dazu gehören auch die Bereitschaft und Fähigkeit für das eigene schulische und außerschulische Lernen Verantwortung zu übernehmen.
Dies wollen wir unterstützen, indem wir Schülerinnen und Schülern in den Mitwirkungsorganen der Schule (Schülerrat, Bildungsgangkonferenzen, Schulkonferenz), aber auch darüber hinaus zunehmend Bereiche der Mitbestimmung und Mitwirkung (z. B. bei der Gestaltung der Schule, des Schullebens, Schulentwicklung) sowie der Eigenverantwortlichkeit (Planung, Durchführung, Beurteilung von Unterricht) einräumen und ihnen Mut machen, Verantwortung zu übernehmen.
3.2 Unterricht
Entsprechend den gewandelten gesellschaftlichen Bedingungen und Anforderungen der Arbeitswelt muss ein Verständnis von Unterricht und Lernen im Sinne unseres Leitbildes weiter gefasst werden als bisher. Häufig haben wir "Unterrichten" eingeengt auf die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten für ein Bestehen von Prüfungsanforderungen.
Wie bisher müssen Schülerinnen und Schüler befähigt werden, Prüfungsanforderungen zu bestehen und fachliche berufliche Anforderungen zu erfüllen. Darüber hinaus bemühen wir uns im Sinne der Vermittlung umfassender Handlungskompetenz, Unterricht weitgehend handlungs- und schülerorientiert zu gestalten. D. h., Schülerinnen und Schüler auch im Sinne der o. g. Erziehungsziele an Planung, Durchführung und Beurteilung von Unterricht zu beteiligen und Methoden und Techniken zu vermitteln, die selbstgesteuertes Lernen und Arbeiten ermöglichen und fördern. Dazu gehören auch die Öffnung von Schule und Formen von Unterricht, wie Projektunterricht, fächerübergreifender Unterricht, Bearbeitung von Tagesfällen, die Integration neuer Kommunikationsmedien, Betriebspraktika, der Einbezug externer Fachleute, Exkursionen, Auslandsaufenthalte. Eng damit verbunden ist die Schaffung von Lernsituationen, in denen Schüler Schlüsselqualifikationen erwerben bzw. erweitern können, wie z. B. Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, zielorientiertes Arbeiten, Kommunikationsfähigkeit.
Die Arbeit von uns Lehrerinnen und Lehrern muss begleitet sein von dem Bemühen um qualifizierten Unterricht und Qualitätssicherung im Hinblick auf die Ergebnisse. Um das leisten zu können, müssen wir Kolleginnen und Kollegen uns umfassend weiterbilden und –qualifizieren (siehe Fortbildungskonzept unter 5.2 und Ausführungen zu den Bildungsgängen). Qualifizierter Unterricht erfordert u. a. den Einsatz aktuellen Lernmaterials und eine motivierende Lernatmosphäre. Dazu ist der Medienbestand zu überprüfen und zu aktualisieren (siehe Einrichtung einer Mediothek unter 4.1). Eine motivierende Lernatmosphäre wollen wir schaffen, indem z. B. Lehrer und Schüler gemeinsam Klassenräume ansprechend gestalten, ihre Interaktion verbessern und Klassengemeinschaften gefördert werden (siehe. 4)
3.3 Projekttage
Seit einigen Jahren gehören so genannte „Projekttage“ zum festen Repertoire des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs. Projekte sind nach unserem Verständnis fach- und bildungsgangübergreifende Vorhaben, die einen inhaltlichen oder methodischen Bezug zum regulären Unterricht oder einen kulturellen, ästhetischen Schwerpunkt haben oder der Verbesserung der Kommunikation und Interaktion von Schülern untereinander oder zwischen Schülern und Lehrern dienen. Projekte sind handlungs- und produktorientiert, d. h., Schüler und Lehrer planen und organisieren die Projektarbeit gemeinsam und am Ende steht ein Produkt, das präsentiert werden kann. Die Projekte werden sowohl von Schülern als auch von Lehrern angeboten und inhaltlich betreut, die Aufsichtspflicht obliegt den Lehrerinnen und Lehrern.
Projekte geben Schülern und Lehrern die Möglichkeit sich mit Inhalten zu beschäftigen, die den Rahmen regulären Unterrichts sprengen, aber geeignet sind bei Schülerinnen und Schülern Kompetenzen im Sinne der Zielsetzung unserer Schule zu erweitern und zu vertiefen. Gute Erfahrungen hat die Schule damit gemacht die Ergebnisse der Projekttage am „Tag der offenen Tür“ zu präsentieren, an dem auch über das Bildungs- und Ausbildungsangebot unseres Berufskollegs informiert wird.
Zum Ende der Projekttage des letzten Schuljahres im Februar 2005 wurden Organisation und Durchführung der Projekte wie der Präsentationen am „Tag der offenen Tür“ umfangreich bei Schülern und Lehrer evaluiert. Die damit betraute Arbeitsgruppe hat die ausgefüllten Fragebogen ausgewertet und die Ergebnisse wurden auf einer Wochenendtagung der Schulleitung und Fachleiter (erweiterte Schulleitung), einer Schülerratssitzung und in einer Lehrerkonferenz allen Beteiligten vorgestellt und erörtert. Die Ergebnisse dieser Erörterungen (Kritik, Verbesserungsvorschläge usf.) sind zusammengefasst worden und sollen bei zukünftigen Projekttagen berücksichtigt werden. Die für das Schuljahr 2005/06 geplanten Projekttage sollen in der Zeit vom 23. bis 26. Januar 2006 und die Präsentation der Ergebnisse und Produkte am „Tag der offenen Tür“ am 4. Februar 2006 stattfinden. Die Projekttage stehen unter dem Motto „Unsere Schule lebt“.
3.4 Beratung von Schülerinnen und Schülern
Das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg stellt sein Bildungsangebot u. a. auf seiner Homepage im Internet vor. Beratungskonzepte für die Schullaufbahnen in den vollzeitschulischen Bildungsgängen liegen vor. Damit wird gewährleistet, dass allen "Zubringerschulen" ein Beratungsangebot vor Ort, d. h. in ihren Schulen, gemacht werden kann. Eine Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen der Zubringerschulen im Hinblick auf Schullaufbahn, fachliche Voraussetzungen, Qualifizierung der Schülerinnen und Schüler hat sich als sehr sinnvoll erwiesen. Auf Wunsch erhalten die "Zubringerschulen" auch die Möglichkeit, in Klassen zu hospitieren, damit die Schüler und Schülerinnen den Schulalltag des gewünschten Bildungsgangs kennen lernen können. Auch Tage der offenen Tür tragen dazu bei, unser Berufskolleg zu erleben.
Ergänzt wird die Schullaufbahnberatung durch Angebote schulinterner ( z.B. Berufswahlorientierung, Zertifikate für Berufsschülerinnen und Berufsschüler ) sowie externer Fachleute (z. B. Beratung des Arbeitsamtes, Bewerberseminare der Industrie, Banken und Sparkassen), was in den nächsten Jahren erweitert werden soll. Außerdem haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit individueller Beratung durch Beratungslehrer sowie die zuständigen Fachleiter der einzelnen Bildungsgänge.
Das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg hatte sich zum Ziel gesetzt, ein weitergehendes Beratungslehrersystem zu entwickeln, in das nicht nur Beratung in schulbedingten, sondern auch in schulübergreifenden Lebensfragen integriert sein soll. Seit 2002 gibt es ein Beratungsteam für psychosoziale Probleme in Schule, Elternhaus, Beruf und privatem Umfeld. Diesem Beratungsteam gehören am Schulstandort Halver Frau StRin Wesener, Herr StR Wand (Drogenberatung s.u.) und Herr Pfarrer Schreiber an, am Schulstandort Altena Herr Pfarrer Hellwig. Die Koordienierung der Arbeit liegt in den Händen von Pfarrer Schreiber, der auch die Verbindung zu den anderen Beratungsebenen (SV-Lehrer) hält. Es finden regelmäßige Sitzungen des gesamten Teams statt. Die Beratung ist für alle Schülerinnen und Schüler des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs und unterliegt der Schweigepflicht. Insgesamt werden in Ostendorf 5 Beratungsstunden angeboten, weitere Terminvereinbarungen sind darüber hinaus möglich. Die Beratung findet im eigens dafür von der Fachgruppe Religion eingerichteten Beratungsraum statt. Der Zugang des Raumes ist nicht unmittelbar einsehbar, der Raum ist so eingerichtet, dass sich dort eine „außerschulische“ Gesprächsatmosphäre entwickeln kann.
Das ESBK engagiert sich seit Jahren aktiv in der Drogenprävention. Seit 2002 gehört auch eine Drogenberatung zum Beratungsteam, die von einem Kollegen durchgeführt wird, der in engem Kontakt mit der Drogenberatung Lüdenscheid steht und regelmäßig an Fortbildungen in dem Bereich teilnimmt. Beraten werden Schülerinnen und Schüler, die mit Drogen und Süchten im weitesten Sinne und mit deren Folgeproblemen konfrontiert sind und eine Anlaufstelle suchen. Darüber hinaus geht der beratende Kollege nach Hinweis anderer Kolleginnen und Kollegen auf Schülerinnen und Schüler zu, die auffällig geworden sind. Im Rahmen von Unterrichtsvorhaben und Informationsveranstaltungen werden Berater aus externen Beratungseinrichtungen und Betroffene eingeladen, um Schülerinnen und Schüler von ihrer unmittelbaren Erfahrung zu berichten.
3.5 Zusätzliche Förderung v. Schülerinnen/Schülern
Was die Förderung von Schülerinnen und Schülern über den "regulären" Unterricht hinaus betrifft, gibt es ein vielfältiges Kursangebot. Beispielsweise werden Stützkurse in der Berufsschule ebenso angeboten wie Kurse zur Prüfungsvorbereitung durch den Förderverein der Schule. Außerdem bietet der Förderverein speziell Berufstätigen Qualifizierungskurse im Bereich berufsbezogener Fremdsprachen und in Wirtschaftsinformatik an.
Die Höhere Handelsschule eröffnet den Schülerinnen und Schülern im Differenzierungsbereich die Möglichkeit, sich in verschiedenen Projekten fortzubilden ( z. B. Wirtschaftsgeografie, Banken und Börse, Berufsberatung und Berufsvorbereitung). Dies wird durch Vorträge externer Fachreferenten in der Schule ergänzt und vertieft.
"Schnupperpraktika" in ortsansässigen Betrieben und Einrichtungen sollen Schülerinnen und Schülern der Vollzeitbildungsgänge ermöglicht werden. Des weiteren sind Stützkurse für Lernschwache in diesen Bildungsgängen ebenso avisiert wie Angleichungskurse in der Klasse 11 des Wirtschaftsgymnasiums.
Sehr wichtig erscheint auch die Realisierung von Kursen zur Zusatzqualifizierung begabter Schülerinnen und Schüler sowie eine Verbesserung der Kurswahlmöglichkeiten im Wirtschaftsgymnasium (z. B. eine weitere zweite Fremdsprache, Wirtschaftsrecht, spezielle Betriebswirtschaftslehre).
Um bestimmte Fächer oder Kurse anbieten zu können, wird eine Kooperation mit Nachbarschulen angestrebt.
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